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Kalkschulter Ursachen Symptome und Behandlung

22. Sept.
5 Min. Lesezeit

Plötzlich starke Schulterschmerzen, obwohl kein Unfall passiert ist: Dahinter kann eine Kalkschulter stecken. Die Beschwerden reichen von einem Ziehen bei Überkopfbewegungen bis zu heftigen Schmerzen in Ruhe und in der Nacht.


Die gute Nachricht ist, dass nicht jede Kalkablagerung Beschwerden verursacht und eine Operation nur selten der erste Schritt ist. Entscheidend sind eine genaue Diagnose und eine Behandlung, die zum Stadium der Erkrankung und zu Ihrer persönlichen Situation passt.



Was ist eine Kalkschulter

Bei einer Kalkschulter, medizinisch Tendinosis calcarea oder kalzifizierende Tendinopathie genannt, lagern sich Kalziumkristalle in einer Sehne der Rotatorenmanschette ab. Diese Sehnengruppe umgibt den Oberarmkopf und ist wesentlich für Beweglichkeit und Stabilität des Schultergelenks. Besonders häufig ist die Supraspinatussehne betroffen.

Die Ablagerung liegt somit nicht im Schultergelenk selbst, sondern meist in einer Sehne. Sie kann lange unbemerkt bleiben und als Zufallsbefund im Röntgen oder Ultraschall entdeckt werden. Beschwerden entstehen vor allem dann, wenn die Sehne anschwillt, das umliegende Gewebe gereizt wird oder sich das Kalkdepot in einer entzündlichen Phase aufzulösen beginnt.

Wichtig ist auch: Eine Kalkschulter entsteht nicht einfach dadurch, dass jemand zu viel Kalzium über die Nahrung aufnimmt. Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen lokale Veränderungen des Sehnengewebes und der Durchblutung eine Rolle.



Typische Symptome einer Kalkschulter

Die Beschwerden können schleichend beginnen oder sehr plötzlich auftreten. Häufig berichten Betroffene über:

• Schmerzen an der Vorderseite oder Außenseite der Schulter

• Ausstrahlung der Schmerzen in den Oberarm

• Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms oder bei Überkopfbewegungen

• nächtliche Schmerzen, besonders beim Liegen auf der betroffenen Schulter

• eine eingeschränkte Beweglichkeit und ein Gefühl von Steifheit

• akute, sehr starke Schmerzen ohne vorausgegangenen Unfall


Gerade während der sogenannten Resorptionsphase kann die Schulter innerhalb kurzer Zeit äußerst schmerzhaft werden. In dieser Phase beginnt der Körper, das Kalkdepot abzubauen. Die Stärke der Schmerzen sagt dabei nicht automatisch etwas über die Größe des Kalkdepots aus.



Wann sollte die Schulter ärztlich untersucht werden

Schulterschmerzen haben viele mögliche Ursachen. Neben einer Kalkschulter können beispielsweise eine Schleimbeutelentzündung, ein Sehnenriss, eine Schultersteife, eine Arthrose oder Beschwerden der Halswirbelsäule dahinterstecken. Eine fachärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Schmerzen anhalten, regelmäßig nachts auftreten, die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist oder der Alltag und der Schlaf spürbar darunter leiden.

Nach einem Sturz oder Unfall, bei einer sichtbaren Fehlstellung, ausgeprägtem Kraftverlust, Fieber oder einer stark geröteten und überwärmten Schulter sollte die Abklärung rasch erfolgen. Brustschmerz oder Atemnot sind keine typischen Zeichen einer Kalkschulter und müssen umgehend medizinisch beurteilt werden.


Wie wird eine Kalkschulter diagnostiziert

Am Beginn stehen ein ausführliches Gespräch und eine gezielte Untersuchung der Schulter. Dabei werden Beweglichkeit, Kraft, Schmerzlokalisation und typische Funktionszeichen geprüft. Gleichzeitig ist wichtig, andere Ursachen der Beschwerden zu berücksichtigen.


Je nach Befund kommen bildgebende Untersuchungen zum Einsatz:

• Röntgen zeigt Kalkdepots meist gut und erlaubt eine Beurteilung ihrer Lage und Ausdehnung.

• Ultraschall kann das Kalkdepot, die betroffene Sehne und eine mögliche Reizung des Schleimbeutels dynamisch darstellen.

• MRT ist nicht in jedem Fall erforderlich. Es kann sinnvoll sein, wenn zusätzliche Schäden wie ein Riss der Rotatorenmanschette vermutet werden oder die Beschwerden nicht eindeutig zuzuordnen sind.


Nicht jeder sichtbare Kalkherd ist automatisch die Ursache der Schmerzen. Deshalb müssen Bildgebung, Untersuchung und Beschwerden immer gemeinsam beurteilt werden.


Behandlung der Kalkschulter ohne Operation

In den meisten Fällen beginnt die Behandlung konservativ, also ohne Operation. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von Schmerzstärke, Beweglichkeit, Krankheitsphase, Größe und Beschaffenheit des Kalkdepots sowie von den Anforderungen in Beruf, Alltag und Sport ab.


Entlastung und Schmerztherapie In einer akuten Schmerzphase sollten besonders belastende Bewegungen vorübergehend reduziert werden. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können kurzfristig helfen, müssen aber wegen möglicher Nebenwirkungen und Gegenanzeigen individuell ärztlich abgestimmt werden.


Physiotherapie Gezielte Therapie soll die Beweglichkeit erhalten oder wiederherstellen und später die Schulterblattführung sowie die Rotatorenmanschette kräftigen. Während einer hochakuten Reizphase ist ein angepasstes Vorgehen wichtig. Ein starres Übungsprogramm für alle Betroffenen gibt es nicht.


Infiltration Bei ausgeprägter Entzündung des Schleimbeutels kann in ausgewählten Fällen eine Injektion erwogen werden. Sie behandelt vor allem den entzündlichen Schmerz und nicht automatisch das Kalkdepot selbst. Nutzen, Risiken und Alternativen sollten vorher besprochen werden.


Stoßwellentherapie Die extrakorporale Stoßwellentherapie kann bei anhaltenden Beschwerden eingesetzt werden. Schallimpulse werden gezielt auf den Kalkherd gerichtet. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren und körpereigene Umbauprozesse anzuregen. Ob diese Therapie geeignet ist, hängt unter anderem von Lage und Art des Kalkdepots ab.


Ultraschallgestützte Kalkspülung Bei der sogenannten Needling- oder Lavage-Behandlung wird das Kalkdepot unter Ultraschallkontrolle mit einer Nadel aufgesucht, gelockert und möglichst ausgespült. Das Verfahren kommt nicht für jedes Depot infrage und wird nach sorgfältiger Untersuchung individuell geplant.



Wann ist eine Operation sinnvoll

Eine Operation ist in der Regel erst dann ein Thema, wenn die Beschwerden trotz konsequenter nicht operativer Behandlung bestehen bleiben, die Funktion deutlich eingeschränkt ist und das Kalkdepot nachweislich zu den Beschwerden passt. Auch zusätzliche Schäden an der Rotatorenmanschette können die Entscheidung beeinflussen.

Der Eingriff erfolgt meist arthroskopisch über kleine Hautschnitte. Dabei wird das Kalkdepot aufgesucht und entfernt. Je nach Befund werden gleichzeitig entzündetes Gewebe oder begleitende Sehnenschäden behandelt. Welche Nachbehandlung erforderlich ist, hängt vom Umfang des Eingriffs ab.




Wie lange dauert die Heilung

Der Verlauf einer Kalkschulter ist individuell. Akute Schmerzen können sich innerhalb von Tagen oder Wochen bessern, während die vollständige Erholung mehrere Wochen bis Monate dauern kann. Das Kalkdepot kann sich im natürlichen Verlauf teilweise oder vollständig zurückbilden. Eine realistische Prognose lässt sich daher erst nach Untersuchung und Bildgebung stellen.


Geduld bedeutet allerdings nicht, starke oder wiederkehrende Beschwerden einfach hinzunehmen. Wenn Schmerzen den Schlaf, die Arbeit oder alltägliche Bewegungen einschränken, sollte die Ursache geklärt und die Behandlung gezielt angepasst werden.



Kalkschulter Behandlung in Villach

Als Facharzt für Orthopädie und Traumatologie sowie Leiter der Schulterambulanz am LKH Villach liegt ein besonderer Schwerpunkt meiner Tätigkeit in der Diagnostik und Behandlung von Schulterbeschwerden. In meiner Wahlarztordination in Villach nehme ich mir Zeit, Ihre Beschwerden, vorhandene Befunde und persönliche Belastungssituation genau zu beurteilen.


Gemeinsam besprechen wir verständlich, ob zunächst eine konservative Behandlung sinnvoll ist, ob weitere Diagnostik erforderlich ist oder ob ein operatives Vorgehen erwogen werden sollte. Ziel ist keine Behandlung nach Schema, sondern ein medizinisch fundierter Weg, der zu Ihrem Befund und Ihrem Alltag passt.


Häufige Fragen zur Kalkschulter


Kann eine Kalkschulter von selbst verschwindenJa. Kalkdepots können sich im natürlichen Verlauf verkleinern oder vollständig auflösen. Ob und wann das geschieht, lässt sich im Einzelfall jedoch nicht sicher vorhersagen.


Muss jede Kalkschulter behandelt werdenNein. Ein Kalkdepot ohne Beschwerden benötigt häufig keine Behandlung. Entscheidend sind die Symptome und die Funktion der Schulter, nicht allein das Röntgenbild.


Ist Bewegung bei einer Kalkschulter erlaubtGrundsätzlich soll die Schulter nicht unnötig lange ruhiggestellt werden. In einer akuten Schmerzphase müssen Belastung und Übungen jedoch angepasst werden. Welche Bewegungen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Befund ab.


Hilft Physiotherapie gegen den KalkPhysiotherapie entfernt den Kalk nicht direkt. Sie kann aber Beweglichkeit, Schulterfunktion und Belastbarkeit verbessern und ist häufig ein wichtiger Teil der Behandlung.


Wann wird eine Kalkschulter operiert

Eine Operation wird meist erst erwogen, wenn ausreichend durchgeführte konservative Maßnahmen keine zufriedenstellende Besserung bringen oder relevante Begleitbefunde vorliegen.




Termin zur Schulterabklärung

Sie haben anhaltende Schulterschmerzen oder bei Ihnen wurde bereits eine Kalkschulter festgestellt? Vereinbaren Sie einen Termin zur persönlichen Abklärung in der Wahlarztordination von Dr. med. univ. Lukas Struger in Villach.


Bringen Sie vorhandene Röntgen-, Ultraschall- oder MRT-Aufnahmen sowie bisherige Befunde bitte zum Termin mit.


Wahlarztordination Dr. med. univ. Lukas Struger

Nikolaigasse 43, 9500 Villach

Telefon +43 660 9500990



Medizinischer Hinweis Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung.

 
 
 

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